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Claire Morgan

Galerie Karsten Greve Köln

The Slow Fire
4. April – 31. Mai 2014
 
Die Galerie Karsten Greve widmet der 1980 in Belfast geborenen Künstlerin Claire Morgan mit The Slow Fire die zweite Einzelausstellung in Köln. Die aktuelle Präsentation umfasst raumgreifende Installationen – teils frei schwebend, teils in Vitrinen, sowie begleitende Zeichnungen und Studien.
 
In ihren Werken inszeniert Claire Morgan dramatische Interaktionen zwischen Tier und Natur. Dabei gebraucht sie einen Naturbegriff, der von ihrem ausgeprägten Umweltbewusstsein durchdrungen ist und den schonungslosen Umgang des Menschen mit den Ressourcen des Planeten beinhaltet. Ich untersuche Situationen, in denen die Natur auf Herausforderungen reagiert, die durch uns und unsere Nebenprodukte verursacht werden. (Morgan) Protagonisten von Morgans Szenarien sind von ihr fachkundig präparierte Tiere, die – auch stellvertretend für den Menschen – in der Gegenüberstellung mit ihrer Umgebung die Wechselbeziehung zwischen Lebewesen und Habitat als äußerst fragiles System veranschaulichen.
 
So steht in Bound (2014) eine Rabenkrähe vor einer großen Kugel, die wie eine überdimensionierte Blume von zart durchscheinender, vielfarbiger Qualität erscheint. Jedoch sind deren „Blütenblätter“ bunte Fetzen aus Polyurethanfolie, so dass die Blume letztlich eine Verwertung von Plastikmüll ist. Claire Morgan verleiht dieser Begegnung eine schicksalhafte Konnotation, die der Titel „bound“ (=festgebunden, gefesselt) verstärkt und die Beziehung zwischen Mensch bzw. Tier und Umwelt symbolisiert. Jedoch bildet Morgan keineswegs Schreckensvisionen ab, sondern stellt vielmehr Szenarien stiller Schönheit dar, welche die Wiederherstellung harmonischer Einheit zwischen Natur und Kultur, Tier und Umwelt zu verkörpern scheinen.
 
In ihren ausgewogenen, ätherisch wirkenden Installationen und Szenarien umgibt Morgan die Tierpräparate mit mathematisch genau berechneten Polygonen und Kugeln, sowie architektonisch anmutenden, symmetrischen Einheiten. Es sind hauchzarte Gespinste, die allesamt aus lichtdurchlässigen und schwerelosen Materialien wie Pusteblumensamen, Fruchtfliegen oder zerrissener Kunststofffolie gefertigt und auf feine Nylonfäden gezogen werden. Diese überempfindlichen Konstruktionen sind von Morgan meist wie schwebende Käfige oder Sphären angelegt, welche die Tiere oft wie in einem märchenhaften Dornröschenschlaf sanft umfangen.
 
Die hochästhetischen Arrangements von Morgan veranschaulichen sowohl das Konfliktpotenzial, das in der Auseinandersetzung mit einer nunmehr künstlich geprägten Umwelt gegeben ist, als auch die Möglichkeit der gleichberechtigten Koexistenz von Natur und Kultur. Zugleich schließt Morgans Naturbegriff den natürlichen Kreislauf zwischen Leben und Tod, Werden und Vergehen ein. So können vor dem Hintergrund der ausgeprägten Sensibilität der Künstlerin für ökologische Phänomene und des von ihr gewählten Ausstellungstitels The Slow Fire ihre Werke als zeitgenössische Vanitas-Darstellungen aufgefasst werden. Mit “slow fire“ beschreibt der US-amerikanische, 2008 verstorbene Schriftsteller David Foster Wallace in seinem jüngsten, posthum veröffentlichten Roman The Pale King die Vorstellung, dass alles eitel und nichtig sei, die Claire Morgan aufgreift: …dass wir nichts sind, dass unsere einzige Sicherheit als Individuen eine unbestimmbare Lebensdauer und der anschließende Tod ist. (Morgan)
 
 
 
Im Rahmen der gemeinsamen Eröffnung der Kölner Galerien zur Art Cologne, haben wir am Freitag, den 11. April 2014, bis 22.00 Uhr für Sie geöffnet.
 
Zur Finissage am Samstag, den 31. Mai 2014, erscheint der Katalog zur Ausstellung.
Die Künstlerin wird für ein Booksigning anwesend sein.
 

 
 
 
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