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Cy Twombly

Galerie Karsten Greve Köln

Malerei auf Papier
2. September - 29. Oktober 2016
 
Vernissage: Freitag, 2. September 2016, 18 - 21 Uhr
 
 
Die Galerie Karsten Greve Köln freut sich, die Ausstellung Cy Twombly – Malerei auf Papier anzukündigen, die eine besondere Auswahl aus verschiedenen Schaffensphasen dieses großen Künstlers würdigt. Es handelt sich hierbei bereits um die 15. Einzelausstellung, die Karsten Greve diesem Ausnahmekünstler seit 1975 widmet. Anfang der 1980er Jahre war Cy Twombly in Deutschland gewiss kein unbekannter Künstler, doch bevor er von einem breiteren Publikum wahrgenommen wurde, bewegte sich das Interesse an seiner Malerei, Zeichnung und Skulptur eher im Kreise visionärer Kenner.
 
Cy Twombly (1928 - 2011) gehört seit dem Abstrakten Expressionismus in New York als Zeitgenosse von Robert Rauschenberg und Jasper Johns zu den Hauptvertretern der internationalen Avantgarde. Nach seinem Studium am Black Mountain College führen ihn Anfang der 1950er Jahre erste Reisen nach Nordafrika und Europa, vor allem nach Italien, wo er ab 1957 seine Wahlheimat findet. Ein Einzelgänger, der New York verlässt, um sich in Rom niederzulassen. Inmitten der mediterranen Umgebung von Sperlonga findet Twombly erneut die Freiheit des offenen Bildraumes und neue Inspirationen für seine Werke. Italien führt den Künstler mit seiner reichen historischen Vergangenheit zu einer intensiven Beschäftigung mit mythologischen Themen, die er in einer äußerst differenzierten, mehrere Techniken einbeziehenden Bildsprache behandelt. Schauplätze und Dichter der griechischen und römischen Mythologie von Venus und Adonis bis Sappho werden nicht nur in seinen Bildtiteln verewigt. Zahlen werden zu Datierungen, Worte zu Empfindungslinien, Linien zu Tönen, Töne zu Spannungen, Weiß zu Auflösung. 
 
In den 1950er Jahren konzentriert sich Twombly fast ausschließlich auf das Verhältnis zwischen Zeichen und Wort, beziehungsweise Zeichnung und Sprache. Der Farbe wird eher eine neutrale Funktion zuteil, sie dient sogar an einigen Stellen zur Übermalung und Verschleierung der Zeichen. Weiß als Symbol für das Unberührte und Nichtbewusste. Der vielfältige Gebrauch verschiedener Techniken ist sehr charakteristisch: Bleistift, Ölkreide, Öl und Wandfarbe gehen eine ästhetische, oft haptische Verbindung mit dem Papierträger ein. Gerade bei seinen Papierarbeiten hat der oft beschriebene graphische Charakter seiner Werke eine besonders spontane, kaligraphische und doch ungeheuer konzentrierte Wirkung. Erst angesichts des Lebenswerks Cy Twomblys begreift das Publikum die Komplexität seines Zeichensystems und seiner scheinbar spontanen Geste.
 
Manchmal scheint es, als wolle Cy Twombly uns zeigen, was den Geist eines Künstlers bewegt – als wolle er das umfassende Wissen, welches er in sich barg und mit dem er sich stets beschäftigte, sichtbar, sogar spürbar machen. Wenngleich die Grundlage seines Stils der Abstrakte Expressionismus ist, setzt sich Twombly jedoch nicht mit den Formen unserer gegenwärtigen Alltagskultur auseinander wie zum Beispiel Rauschenberg, mit dem er eine Zeit lang ein Studio in New York teilte. Cy Twombly ergründet vielmehr die Möglichkeiten unserer Vergangenheit, der europäischen Bildtradition. Er vermittelt zwischen den Stilen, vereint sie mit Poesie und intellektuellem Kontext, bis sie zu seinem eigenen persönlichen Stil verschmelzen. Cy Twomblys Beziehung zur Linie ist ein zentrales Thema seiner Kunst. Seine Schrift ist unverwechselbar und spontan als seine erkennbar, da sie mehr Hand- als Pinselschrift ist. Die Oberfläche vibriert in einer steten Bewegung und macht Cy Twomblys Œuvre einzigartig.
 
 
ÜBER DEN KÜNSTLER
1928 in Lexington, Virginia, als Edwin Parker Twombly Jr. geboren und unter Cy Twombly weltweit bekannt geworden, besucht Twombly die Washington Lee University (1947 - 1949) sowie das legendäre Black Mountain College 1951, als Franz Kline als Professor lehrt. 1952 erhält der Künstler ein Stipendium, das ihm Reisen nach Europa sowie Nordafrika ermöglicht. 1959 zieht Twombly nach Rom, von wo aus er weiterhin regelmäßige Reisen unter anderem innerhalb Italiens (Gaeta, Neapel), nach Griechenland sowie in die USA unternimmt. 1964 wird Cy Twombly zum ersten Mal eingeladen an der Biennale in Venedig teilzunehmen, wo er auch später seinen berühmten Zyklus zur Seeschlacht von Lepanto zeigt. 1977 ist er auf der documenta 6 in Kassel vertreten und erhält 1987 den Rubenspreis, der ihn zeitgleich mit einer in Zürich beginnenden Retrospektive ehrt. Weltweit führende Museen wie die Menil Collection in Houston, das MoMa und Whitney Museum in New York, die Tate in London und das Centre Pompidou in Paris würdigen Cy Twomblys Werke bereits zu seinen Lebzeiten mit mehreren Retrospektiven. Cy Twombly verstirbt 2011 in Rom. Seine Arbeiten sind heute in zahlreichen angesehenen öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden.

 
 
 
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