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Ding Yi

Galerie Karsten Greve AG St. Moritz

Appearance of Crosses
23. August - 27. Oktober 2012
 
Die Galerie Karsten Greve St. Moritz zeigt im Rahmen der diesjährigen Art Masters eine Einzelausstellung des international viel beachteten chinesischen Künstlers Ding Yi. Die Ausstellung umfasst neue Bilder und Papierarbeiten aus der Reihe “Appearence of crosses”.
Ding Yi, der klassische chinesische Malerei in Shanghai studierte, hat Ende der 1980er Jahre eine radikale Neuorientierung vollzogen. Er arbeitet seitdem rein abstrakt und beschränkt sich konsequent auf zwei strukturelle Grundformen “+” und “x”, wobei er in den vergangenen Jahrzehnten aus diesem minimalistischen Konzept ein Maximum malerischer Möglichkeiten entwickelt hat. Das Kreuz, das Ding Yi als Markierungszeichen in der Drucktechnik kennen gelernt hat, wird ihm zur idealen Grundform, die frei von allen narrativen oder symbolischen Bedeutungen ist. In immer neuen Varianten schafft Ding Yi daraus Reihungen, Überlagerungen, in denen sich die Kreuze systematisch vernetzen. Waren die frühen Bilder noch kostruktivistisch und präzise mit dem Lineal angelegt, so gewinnen die Bilder seit 1990 zunehmend malerische Freiheit und handschriftlichen Charakter.
Die absolute Beschränkung auf eine Grundform steht in Kontrast zur ungebremsten Experimentierfreude in der Maltechnik: Ding Yi arbeitet mit Acryl, mit Ölmalerei, mit Kreide, Kohle und Kugelschreiber. Es entstehen fast monochrome Bilder bis hin zu starkfarbig vibrierenden Kompositionen. Diese Dynamik wird in den 1990er Jahren verstärkt durch die Verwendung industriell gefertigter gemusterter Textilien, v.a. Tartanstoffe als Malgrund, in denen die Spannung zwischen formaler Variationsbreite bei minimalem Grundmuster und zwischen dem präzisen, technisch gefertigten Malgrund und den Unregelmäßigkeiten der Malerei zusätzlich gesteigert wird. Die neuesten Bilder konzentrieren sich, farblich zurückgenommen, auf Strukturen und räumliche Wirkungen.
Über den Charakter der “Handarbeit”, die Reihung der Zeichen, ergeben sich schließlich auch wieder Bezüge zur traditionellen chinesischen Kaligrafie, wenngleich die Verbindungen zur westlichen Avantgarde, insbesondere zu Mondrian, Pollock und Newman evident sind. Ding Yi hat die westliche Moderne erst verspätet im Verlauf der Internationalisierung Chinas in den 1990er Jahren kennen gelernt als er seine Bildsprache bereits gefunden hatte. Er bestätigt jedoch ausdrücklich, dass seine Bilder um 2000 auf die rasante Modernisierung der Metropole Shanghai reagieren. Sie können als zeitgenössische chinesische Form von Mondrians “Broadway Boogie Woogie” gesehen werden (Jonathan Watkins). Abseits aller Trends und temporeichen Entwicklungen der zeitgenössischen chinesischen Malerei hat Ding Yi einen sehr konsequenten und beständigen eigenen Weg gefunden, der zu recht international Anerkennung findet.
Ding Yi, geboren 1962, lebt und arbeitet in Shanghai und gehört zu den bekanntesten chinesischen Künstlern. Er war auf zahlreichen internationalen Ausstellungen vertreten, u. a. auf der Biennale von Venedig (1993), der Yokohame Triennale (2001) und der Guanghou Biennale (2002). Einzelausstellungen wurden ihm 2006 von der Ikon Gallery (Birmingham) gewidmet, 2008 vom MAMbo Bologna 2008 und 2010 und 2011 vom Minsheng Museum Shanghai.

 
 
 
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