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Louis Soutter

Galerie Karsten Greve AG St. Moritz

26. August - 30. September 2011
 
Tanzende, gestikulierende, selten statische Figurenkompositionen werden in restriktiver Farbökonomie, häufig in schwarzer Tusche, dargestellt. Sie muten in ihrer stark abstrahierten Darstellung nahezu obsessiv und archaisch an. Louis Soutters Bildwelten kreisen um elementare Themen wie die Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur, dem Tod und der Frage nach dessen möglicher Überwindung. Die Passion Christi, die Kreuzigung insbesondere, gewinnt zentrale Bedeutung und wird in zahlreichen Blättern dargestellt. In dem sich ständig wiederholenden Kreisen um diese existentiellen Fragen zeigt jedes Blatt den Versuch Soutters, Antworten auf diese Fragen zu finden. Das abgrundtiefe Leid und die Qual, dem diese Schattengestalten ausgeliefert sind, weist in der Prägnanz der Darstellung weit über Soutters eigenes Schicksal hinaus und wird so zu einem Zeugnis seiner Zeit.
Louis Soutter bediente sich einer besonderen Technik: Er trug, nachdem er 15 Jahre lang mit Tuschfeder gemalt und gezeichnet hat, die Farbe direkt mit dem Finger auf den Bildträger auf. Dabei verwendete er meist Tusche, Gouache, selten Öl, auf Papier. Diese Unmittelbarkeit des Farbauftrags unterstreicht den stark expressiven Charakter seiner Bildwelten. Die Bilder entstanden zudem nicht an einer Staffelei, sondern vornehmlich auf dem Boden.
In der neueren Kunstgeschichte war bislang das Zeichnen und Malen mit den Fingern weithin unbekannt. Frei von jeglicher Tradition nehmen Soutters peintures au doigt eine individuelle Position in der Kunst des 20. Jahrhunderts ein, mit großem Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen.
Die gezeigten Arbeiten entstanden in den letzten fünf Lebensjahren des 1871 in Morges, Schweiz, geborenen Künstlers.

 
 
 
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