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Louise Bourgeois

Lousise Bourgeois: Editions, 2013
Lousise Bourgeois: Editions, 2013
Galerie Karsten Greve Köln

Editions
26. Januar – 30. März 2013
 
Die Arbeiten können unterschiedlich aussehen, doch die Themen bleiben die gleichen“, hatte Louise Bourgeois einmal gesagt. Geburt und Tod, Angst und Liebe, Sexualität und der menschliche Körper sowie dessen Verletzungen waren stets Inhalte, die sie kontinuierlich beschäftigten und deren Bedeutungen sich durch ihren biographischen Hintergrund erklären. Wie kaum eine andere Künstlerin wurde Bourgeois von einem beinahe zwanghaften Bedürfnis getrieben, ihren Gedanken und Emotionen Ausdruck zu verleihen. Parallel zu ihren Skulpturen, Rauminstallationen und Zeichnungen entstand ein druckgrafisches Werk, in dem sie die maßgeblichen Themen ihrer Kunst aufgriff. Den Print-Editionen widmet die Galerie Karsten Greve ihre erste Ausstellung im Jahr 2013.
 
Die Druckgrafik nimmt seit Ende der 1930er Jahre eine zentrale Position im Oeuvre von Louise Bourgeois ein. Nach ihrer Übersiedelung in die USA entstehen vor allem in den 40er Jahren neben Einzelblättern Zyklen, in denen sie erzählend versucht, die erlebten Ängste, Verletzungen und Enttäuschungen zu begreifen, zu verarbeiten oder gar zu bannen. Ihr frühestes Portfolio mit dem Titel „He disappeared into complete silence“ entsteht 1947 und belegt ihre Einsamkeit und Verzweiflung, litt sie doch nach Kriegsende unter anderem darunter, dass viele emigrierte Freunde die USA wieder verließen und in ihre Heimat zurückkehrten. Nach diesem Zeitraum befasst sie sich nur noch sporadisch mit der Druckgrafik, entfaltet aber in den 90er Jahren eine umfassende Produktivität, in der auch wieder zahlreiche grafische Arbeiten entstehen. In ihnen lotet Bourgeois die Eigenschaften verschiedener Materialien und Techniken aus, dabei dominieren die Kaltnadelradierungen und das Aquatinta-Verfahren.
 
Als Bildträger dienen ihr unterschiedliche Papiersorten sowie Stoffe oder Bett- und Tischtücher, wodurch sie die an ihnen haftenden Erinnerungen transportiert und somit eine Verbindung zu Erlebnissen, Orten und Zeiten herstellt. Interessant ist dabei, dass textile Materialien für zweidimensionale Werke ebenso bedeutsam werden wie im skulpturalen Oeuvre. Sie sucht in ihren Arbeiten gegensätzliche Assoziationen und verbindet geometrische und organische, figurative und abstrakte Formen. Feinen Linienführungen stellt sie grobe Schraffuren gegenüber, spontan anmutende Striche setzt sie neben konstruierte Kompositionen und kontrastiert zarte, per Hand kolorierte Partien mit stark farbig gedruckten Flächen. Handbemalungen, farbige Tinte und Wasserfarbe ergänzen zahlreiche Grafiken und verleihen ihnen auf diese Weise Unikatcharakter.
 
Louise Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren. Ihre Arbeiten fanden zunächst in den USA Beachtung, insbesondere in New York, wo sie seit 1938 lebte. 1982 widmete ihr das Museum of Modern Art die erste Retrospektive, auf die weitere Ausstellungen in den USA folgten sowie ab 1989 auch in Europa. Breite internationale Aufmerksamkeit erlangte Bourgeois durch ihre Teilnahme an der documenta IX 1992 sowie an der Biennale in Venedig 1993. Heute zählt sie international zu den renommiertesten Künstlerinnen. Zahlreiche Museen würdigten sie weltweit mit bedeutenden Einzelausstellungen. Louise Bourgeois verstarb 2010 in New York.

 
 
 
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