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Status Quo

Galerie Karsten Greve Köln (Wallrafplatz 3)

 
Gruppenausstellung mit Fotografien von
MIMMO JODICE, ROBERT POLIDORI, YIORGOS KORDAKIS, SERGIO VEGA
 
anlässlich des Kölner PHOTOSZENE-FESTIVALS 2016
19. August - 25. September 2016
 
 
VERNISSAGE
Freitag, 19. August 2016, 18 - 20 Uhr
 
AUSSTELLUNGSORT
Galerie Karsten Greve
Wallrafplatz 3
50667 Köln
Google Maps
 
ÖFFNUNGSZEITEN
Mittwoch - Freitag, 15 - 18.30 Uhr
und nach telefonischer Anmeldung unter +49 (0)221 257 10 12
 
 
Anlässlich des diesjährigen Kölner Photoszene-Festivals freut sich die Galerie Karsten Greve, die Gruppenausstellung Status Quo mit ausgewählten Arbeiten von Mimmo Jodice, Robert Polidori, Yiorgos Kordakis und Sergio Vega zu präsentieren. Mit dieser Ausstellung lädt sie interessierte Besucher erstmals wieder öffentlich in ihre historischen Räumlichkeiten am Wallrafplatz 3, 50667 Köln, ein.
 
Mimmo Jodice, Robert Polidori, Yiorgos Kordakis und Sergio Vega setzen sich aufgrund ihrer individuellen fotokünstlerischen Darstellungsweise und technischen Methoden vollkommen unterschiedlich mit vorgefundenen Momenten unserer heutigen Welt auseinander. Von archäologischen Zeugnissen der Antike, aber auch Ruinen der kriegerischen Gegenwart, über scheinbar sorglose Strandidyllen einer postmodernen Gesellschaft bis hin zu literarisch inspirierten Abbildern gesellschaftlich-kultureller Zustände reichen die Motive – ob in der unmittelbaren Umgebung ihrer Heimat oder an entfernt gelegenen Orten der Welt aufgespürt.
 
Vor dem Hintergrund des diesjährigen Festivalthemas The State I am in lassen sich die Werke dieser vier ausgewählten, aus unterschiedlichen Ländern stammenden Fotokünstler als Visualisierungen des Status Quo unserer sich stetig im Wandel befindlichen Welt, als Momentaufnahmen ihrer kulturellen Vielfalt, aber auch ihres gegenwärtigen Zustands lesen.
 
 
PRÄSENTIERTE KÜNSTLER
 
Mimmo Jodice wurde 1934 in Neapel geboren, wo er bis heute lebt und arbeitet. Aktuell ehrt das Museo MADRE in Neapel das Lebenswerk Mimmo Jodices mit einer umfassenden Retrospektive seiner zwischen 1960 und 2016 entstandenen Werke. Als einer der ersten italienischen Fotografen seiner Region fotografierte Jodice nicht nur die Einwohner Neapels, sondern auch die Landschaften und kulturelle Umgebung der neapolitanischen Küste. Stets in Schwarz-Weiß gehalten, setzt er in seinen fotokünstlerischen Arbeiten archäologische Fragmente, antike Stätten und Skulpturen im geheimnisvollen Licht des Mittelmeeres in Szene. In der einheitlichen Formensprache seiner Arbeiten und mit dem Spiel von Grenzen der Realität in seinen Darstellungen, fängt Jodice die tiefste Identität der Orte, Personen und Objekte ein und erfasst damit sowohl kulturelle als auch ästhetische und emotionale Momente.
 
Robert Polidori wurde 1951 in Montréal, Kanada, geboren. Polidori lebt und arbeitet heute in New York und Los Angeles und gilt als einer der international führenden zeitgenössischen Fotografen. Mit seinen großformatigen Arbeiten geht er über die Grenzen der reinen Architekturfotografie hinaus, indem er den Betrachter durch die hohe Detaildichte seiner Arbeiten immer tiefer in die abgebildeten Orte eintauchen lässt. Seine Fotografien entstehen bei natürlichem Licht mit langen Belichtungszeiten; für seine Arbeiten verwendet er ausschließlich Großformatfilme, deren Bildqualität er höher als die der digitalen Fotografie einstuft. Die gezeigten Motive aus der Serie Hotel Petra fotografierte Polidori 2010 im Libanon, als er 20 Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs erstmals nach Beirut zurückkehrte. Dort fand er das vom Krieg gezeichnete ‚Hotel Petra‘ vor, welches zwar noch existierte, aber in seiner menschlichen Verlassenheit dem natürlichen Verfall ausgeliefert war. In den vorgefundenen Räumen, deren Wände stark an expressionistische Farbkompositionen erinnern, offenbarten sich für Polidori natürliche Dokumente einer gegenwärtigen Archäologie.
 
Yiorgos Kordakis wurde 1973 in Athen, Griechenland, geboren, wo er heute lebt und arbeitet. 2013 wurde Kordakis mit dem ersten Platz der Photography Masters Cup Awards in New York geehrt. In der Serie Global Summer fotografiert der Künstler mit seiner Polaroid-Kamera Strände in Europa und den USA und gibt Einblick in die dort vorgefundenen Badekulturen. Anhand dieser Thematik ‚studiert‘ er sozusagen das Verhalten der Menschen, die, trotz ähnlicher Bedürfnisse, aufgrund ihrer verschiedenen Kulturen und Lebensumstände große Verhaltensunterschiede offenbaren. Im speziellen ‚studiert‘ Kordakis, wie sich Personen unterschiedlicher Kulturen in Bezug auf das Wasser als ein natürliches Element verhalten. Der Künstler weist darauf hin, dass je nach Umgebung und/oder Herkunft das Verhalten in der Nähe von Wasser – ob am Meer oder am Swimmingpool – vollkommen andersartig sein kann: Während die einen entspannt und amüsiert sind, entblößen andere nicht nur ihre Körper, sondern damit regelrecht ihre innere Natur. Charakteristisch für Kordakis‘ Fotografie ist die ans Surrealistische angrenzende, verschwommene Darstellung, da Licht, Temperatur und Druck beim Polaroid-Film nicht zu kalkulieren sind.
 
Sergio Vega wurde 1959 in Buenos Aires geboren. Er lebt und arbeitet heute in Gainsville, Florida. Zu seinen aktuellen Serien gehört The Art of Motorcycle Maintenance, die Vega in der Region Brasiliens Mato Grosso aufgenommen hat und von Robert M. Pirsigs Publikation Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten (Originaltitel: Zen and the Art of Motorcycle Maintenance) aus dem Jahr 1974 inspiriert ist. Je zwei Fotografien unterschiedlicher Inhalte werden von Vega paarweise montiert und damit in direkten Bezug zueinander gestellt: Im politisch-philosophischen Kontext zeigt er damit Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten auf – sowohl im Mikrokosmos eines jedes Einzelnen als auch im globalen Gefüge unserer heutigen Gesellschaft: Ein defektes Motorrad muss repariert werden, wie ebenso jegliche Problematik, mit der wir in der Realität konfrontiert werden.

 
 
 
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