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BRASSAÏ

Galerie Karsten Greve AG St. Moritz

Graffiti
17. Februar - 31. März 2012
 
Brassaϊ nähert sich den Straßen und Mauern von Paris wie einer prähistorischen Höhle, als Entdecker einer ungezähmten und anarchischen Gesellschaft, die sich unabhängig von jeder ästhetischen Norm ausdrückt.
Ausgestattet mit seiner Fotokamera begann Brassaϊ (1899-1984) in den frühen 1930er Jahren die Kritzeleien, Bilder und Inschriften der Pariser an den Straßenmauern einzufangen und machte so eine verborgene und unerwartete Ausdrucksform sichtbar, die gleichwohl omnipräsent ist.
Auf seiner Suche nach dem inneren, wahren Leben, das er in spontanen Fotografien des städtischen Lebens sichtbar machte - am bekanntesten sind seine nächtlichen Fotografien „Paris de nuit“ entdeckte Brassaϊ die Graffiti. Sie faszinierten ihn als sichtbare Zeichen für das unwiderstehliche und existentielle Bedürfnis des Menschen, die Verwundungen und Hoffnungen der Seele dauerhaft der Materie einzuschreiben. In seinen Fotografien von Figuren, Tieren und reduzierten Gesichtern, deformiert und zerkratzt, faltig und gebrochen, machte Brassaϊ das Furchterregende und Magische in den primitiven Ausdrucksformen sichtbar, die für ihn die Fragen nach der Rolle des Menschen, der Natur, nach Leben und Tod aufwarfen, während sie gleichzeitig zur Begegnung mit dem Unbekannten einladen.

 
 
 
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