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Manish Nai

GALERIE KARSTEN GREVE KÖLN

Manish Nai, Ohne Titel, 2018, Jute und Holz, Ø 213,4 cm
 
"Recent Works"
12. Januar - 16. Februar 2019
Ausgewählte Werke
 
Die Galerie Karsten Greve Köln freut sich, mit Manish Nai – Recent Works zum vierten Mal dem indischen Gegenwartskünstler Manish Nai eine Soloausstellung zu widmen. Er zeigt nahezu die gesamte Bandbreite seines Œuvres, überwiegend Arbeiten der letzten zwei Jahre, die sich durch eine besondere Materialität auszeichnen.
Der 1980 in Gujarat geborene und in Mumbai (Bombay) lebende Manish Nai gehört zu den wenigen Künstlern seiner Generation auf dem Subkontinent, die sich konsequent der Abstraktion verschrieben haben. Während die zeitgenössische Kunstszene Indiens eher farbintensive, narrative und figürliche Arbeiten hervorbringt, reduziert Nai seine Palette vor allem auf Naturtöne, ein kräftiges Indigoblau und fast ausschließlich geometrische Formen.
Als Ausgangspunkt seines künstlerischen Schaffens steht der Werkstoff Jute, die ihm in Form eines Restlagerbestandes aus dem väterlichen Jutegroßhandel zur Verfügung steht. Das traditionelle indische Naturprodukt wird von Nai in einen künstlerischen Kontext überführt. Ein großformatiges Wandstück, das Manish Nai über und über mit gedrehten und gezwirbelten, gewrungenen Wulsten aus Jutebaumwollstoffen bedeckt und in tiefem Indigoblau gefärbt hat, erweckt beim Betrachter Assoziationen an einen Wandteppich oder an die gedrehten Mäander von Gehirnwindungen. Ausgehend von der Malerei entwickelt der Künstler seine unverwechselbare Ausdrucksform, indem er Sacktuch auf Leinwand leimt und kleine Stücke aus dem Gewebe herausschneidet, um immer komplexere Muster hervorzubringen.
Im Werk von Manish Nai geht es – ähnlich der von ihm verehrten Arte Povera – um die künstlerische Arbeit mit kunstfremden Alltagsmaterialien. Neben Jute verwendet er vor allem Zeitungs- und Transparentpapier, Aluminiumblech und Moskitonetze. Fast ein Jahrzehnt lang arbeitet Nai an der Weiterentwicklung seiner Werke in Jute und Leinwand; dann beginnt er mit illusionistischer Wandmalerei, Fotografie und Skulptur zu experimentieren.
Die Kölner Ausstellung präsentiert mehrere metallisch schimmernde Bodenskulpturen, die aus zerknittertem und zerdrücktem Aluminiumblech bestehen, dessen kompakte kugelige Formen, eine überaus haptische Wirkung hervorrufen. Seit 2011 experimentiert Manish Nai mit dem industriellem Aluminiumblech, einem metallischen Werkstoff, der sich durch seine Taktilität und fragile Struktur der Oberfläche auszeichnet; seine plastische Qualität offenbart dieses Material, indem es stark verformt werden kann. Hierzu wird das erhitzte Metall mit der Hand geschlagen, dann in eine Metallmatrix eingebettet und anschließend mit einer hydraulischen Presse komprimiert.
Der Fokus seiner jüngsten großformatigen Arbeiten mit Moskitonetzen richtet sich nicht so sehr auf das Material, sondern auf den optischen Aspekt. Ausgangspunkt dieser Werke ist ein Alltagsgegenstand, der in allen indischen Häusern vorhanden ist: ein feines, in den Fensterrahmen eingespanntes Drahtgitter, das Mücken fernhalten soll. Nai legt zwei dünne, aus Moskitonetzen bestehende Drahtgitter übereinander, sodass sie ein unbeständiges, zufälliges Muster ergeben, das sich in einem stetigen Hin und Her zwischen der Oberfläche und dem Hintergrund bewegt, je nach Lichteinwirkung und Standpunkt des Betrachters. Die auf der Oberfläche sich bildenden Formen und Muster vermitteln den Eindruck, es handle sich um eine schillernde Oberfläche aus Seide. Der augenfälligste und besonders reizvolle Aspekt dieser Arbeiten ist diese Parallele mit einem Textilgewebe aus Seide. Die Tatsache, dass ein metallenes Alltagsmaterial als vollwertiges abstraktes Bild und zugleich als Seidenstoff betrachtet werden kann, ist der Kerngedanke dieser jüngsten Arbeiten Nais, deren optische Wandelbarkeit von Lichtverhältnissen abhängig ist.
Die vielfältigen, vom Künstler eingesetzten Medien und Materialien spiegeln seine Sensibilität für technische Verfahren wie Falten, Zerknittern und Knicken, sein Gespür für subtile Variationen der Farbtöne und Texturen sowie seine Hingabe zu formaler Genauigkeit wider.

 
 
 
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