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Kathleen Jacobs: ATHOS

Great Barrington, Massachusetts. Photo: Lisa Vollmer
30.08.24 - 26.10.24

Galerie Karsten Greve, Köln, Deutschland

Dienstag - Freitag: 10 - 18.30 Uhr

 

Samstag: 10 - 18 Uhr

Vernissage
am Freitag, den 30. August 2024 von 18 bis 21 Uhr
im Rahmen der DC Open Galleries 2024

Die Künstlerin ist anwesend.

Mit einer Einführung von Dr. Jeanette Zwingenberger.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

Pressedossier

Die Galerie Karsten Greve freut sich, die amerikanische Künstlerin Kathleen Jacobs in ihrer ersten Einzelausstellung in Deutschland und als neue künstlerische Position im Galerieprogramm zu präsentieren. Die Eröffnung findet in Anwesenheit der Künstlerin am 30. August 2024 im Rahmen der DC Open Galleries 2024 statt. Interview-Anfragen können in dieser Zeit gerne gestellt werden. Zudem erscheint eine umfangreiche Begleitpublikation in drei Sprachen über das vielschichtige Werk dieser Ausnahmekünstlerin.

In einem einzigartigen, kollaborativen kreativen Prozess mit den natürlichen Elementen und der Zeit schafft Kathleen Jacobs eine poetische und facettenreiche abstrakte Malerei. Dem Betrachter eröffnet sich ein faszinierendes visuelles Erlebnis. Steht man zunächst vor vermeintlich monochromen Werken in Weiß, Blau, Gelb oder Rot, entfalten sich nach und nach verschiedene Ebenen und Horizonte und Landschaften werden erkennbar. Diese Tiefenwirkung wird durch Farben wie Braun, Schwarz oder Grün verstärkt. Farben, die die Künstlerin nicht selbst hinzufügt. Es sind die Spuren – die Patina –, welche die Natur auf der Leinwand hinterlässt und die den Betrachter einladen, über die Verbundenheit der Natur und die abstrakte Schönheit der Welt in einer Art lyrischen Meditation nachzudenken.

Für mich sind Bäume eine Vorlage für das Naturgesetz [...]. Ich erkannte, dass die Linien und Muster der Rinde sehr ähnlich sind wie Formen, die in der Natur vorkommen. Wolken am Himmel, Wellen im Ozean, fließende Flüsse....




Kathleen Jacobs bedient sich der Oberflächenstruktur, der Holzmaserung von Baumrinden. Durch das vertikale Spannen des Leinenstoffs um die verschiedenen Baumstämme und unter Anwendung ihrer Frottage-Technik, die von der japanischen Holzdruckkunst inspiriert ist, überträgt Jacobs diese komplexen Muster und Formen in unendlich fein abgestuften Farbnuancen auf die Leinwand. Wie in anschaulichen Fotografien des Prozesses zu erkennen, trägt sie nach und nach zusätzliche Farbschichten mit Hilfe eines in Pigmenten und Ölfarbe getränkten Stücks Leinen auf den Trägerstoff auf. In diesem langwierigen, beinah rituellen Prozess ihrer künstlerischen Auseinandersetzung, der mehrere Monate bis zu drei Jahre pro Leinwand andauern kann, lädt Jacobs die weiteren Akteure ein, ihren Duktus auf der Leinwand zu hinterlassen.

Dabei ist ihre Herangehensweise tief in der chinesischen Philosophie des Taoismus verwurzelt. Das Credo „Handeln ohne Handeln“ steht sinnbildlich für Kathleen Jacobs künstlerische Praxis. Zeigen ihre frühen Arbeiten noch eine klare Tendenz zur Tradition der Plein-Air-Malerei der westlichen Landschaftsmalerei, löst sie sich – spätestens nach der Rückkehr ihres transformierenden Aufenthaltes in China (1984–1988) – von der Figuration und erkennt den für ihre Kunst einzigen möglichen Ansatz:

Ich habe viele Jahre draußen verbracht, um diese Bilder zu malen und Holzschnitte zu machen. Nach einiger Zeit erkannte ich, dass ich das, was physisch vorhanden war, nutzen sollte, um die Arbeit zu machen... Es war eine interessante Erfahrung, mit Bäumen, Wetter und Zeit zusammenzuarbeiten, um diese Bilder zu malen. Ich ließ die Oberfläche für sich selbst sprechen. [...] Meine Arbeiten entstehen aus der Zusammenarbeit zwischen den Bäumen, der natürlichen Umgebung und mir selbst, aber es geht nicht um Bäume; es sind abstrakte Gemälde. Die Linien und Muster sind wichtig, nicht mehr und nicht weniger.

Dieser Ansatz und die Assoziationen, die mit dem Abdruck erzeugt werden sollen, werden durch einen Verfremdungseffekt verwirklicht, indem Kathleen Jacobs die Leinwand um 90° Grad dreht und horizontale Linien erscheinen. Kathleen Jacobs ist leidenschaftliche Pilotin. Wenn Sie ihre Werke betrachtet, dann kommen ihr Assoziationen von leicht bewölkten, blauen Himmeln bis hin zu Gewitter durchzogenen Horizonten, die sich – je nach Flughöhe – stetig verändern.
Um sich in diesem Kosmos ohne festen Horizont oder Anhaltspunkt zu orientieren, bedient man sich sogenannter Luftfahrtfixpunkte, die Kreuzungen am Himmel markieren. Die abstrakten Werktitel – bestehend aus fünf Großbuchstaben, wie GRACE oder SUNUP – repräsentieren solche fiktiven Kreuzungen auf der Himmelskarte von Kathleen Jacobs.

Das titelgebende Werk ATHOS markiert tatsächlich eine Navigationskreuzung, die von Pilotinnen und Piloten genutzt wird und Jacobs Atelierhaus in Great Barrington, Massachusetts definiert. Die Entdeckung dieses Luftfahrtvokabulars in der Nähe ihres Zuhauses, inspirierte Kathleen Jacobs dazu, ihren Werken Codes als Titel zu geben. Für ihre erste Einzelausstellung in Deutschland wählt die Künstlerin den Titel ATHOS, um diesen bedeutenden Moment in ihrem künstlerischen Werdegang und den Beginn ihrer Inspiration zu teilen. Ihre Werke lassen den Betrachter an diese Kreuzungen herantreten und den Himmel entdecken. Auf die Essenz natürlicher Erscheinungsformen reduziert, lädt Kathleen Jacobs' Kunst die Fantasie ein, frei zu schweben.

Die preisgekrönte filmische Dokumentation Woods of Symbols. Kathleen Jacobs, a portrait von Jérôme Neutres und Aurore Blanc aus dem Jahr 2023 zu ihrer künstlerischen Arbeit wird in der Ausstellung zu sehen sein.

Die umfangreiche Begleitpublikation mit Textbeiträgen von Andrea Jahn, Jérôme Neutres und Jeanette Zwingenberger kann ab sofort über unsere Website vorbestellt werden.

Ausgestellte Werke

Künstler

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