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Detailansicht, Lovis Corinth, Selbstportrait am Walchensee, 1922, Öl auf Holz
Detailansicht, Lovis Corinth, Selbstportrait am Walchensee, 1922, Öl auf Holz

Bereits zu Lebzeiten für sein vereinnahmendes Werk und Wesen bekannt, zählt Lovis Corinth heute zu den bedeutendsten Künstlern der Moderne. Dem künstlerischen Anspruch des Realismus folgend, widersetzt sich sein Schaffen jedoch einer Einordnung in den tradierten Kunstkanon. Vor dem Hintergrund einer verhältnismäßig langen akademischen Ausbildung, zeugt sein Spätwerk von einer gesteigerten Virtuosität und Autonomie im Umgang mit Kolorit und Komposition. Beinahe exemplarisch vollzieht Corinth in seinem Œuvre den Paradigmenwechsel der Kunst des 20. Jahrhunderts von der Darstellung hin zur Gestaltung und prägt Generationen von KünstlerInnen bis in die Gegenwart.

Geboren 1858 im ostpreußischen Tapiau (heute Gvardejsk/Russland), erfährt Lovis (Franz Heinrich Louis) Corinth bereits in jungen Jahren die Unterstützung seines Vaters in dem Vorhaben, Maler zu werden. 1867 beginnt er sein Studium an der Kunstakademie in Königsberg. Dort studiert Corinth unter anderem bei dem Genremaler Otto Günther, der ihn in die Pleinairmalerei einführt und schließlich an die Kunstakademie München empfiehlt, wo Corinth ab 1880 das Studium fortsetzt. 1884 geht er zunächst für einen dreimonatigen Studienaufenthalt bei Paul Eugène Gorge nach Antwerpen in die Lehre und schreibt sich anschließend in Paris an der privaten Academie Julien ein.
 

Nach dem Tod des Vaters zieht Corinth zurück nach München und beginnt sich mit der Technik der Radierung zu beschäftigen. Während in seinem Frühwerk noch deutlich der Einfluss seiner Lehrer zu erkennen ist, findet Corinth in München zunehmend seinen eigenen Stil. Auffällig ist die Fülle an Sujets und deren eigenwillige Umsetzung: Porträts und Akte wechseln mit nahezu burlesk anmutenden Szenen aus der Mythologie, die im Kontrast zu übersteigert realistisch ausgeführten Gemälden mit religiösen Themen stehen.
Als sich der Kontakt zur Berliner Secession intensiviert, beschließt Corinth 1901 seinen Umzug in die Hauptstadt, wo es ihm gelingt, gesellschaftlich bedeutende Auftraggeber aus Politik und Kultur zu gewinnen. Zunächst geschwächt durch einen schweren Schlaganfall im Winter 1911 folgt nun eine intensive Werkphase in der er einzelnen Sujets wie Selbstporträts, Akte, Blumenstillleben und vor allem die Landschaft um den Walchensee sowohl in der Malerei und Zeichnung, als auch in der Druckgrafik wiederholt durchkomponiert. In der Tradition der Alla-prima-Malerei verbindet er mit dynamischen Duktus die reine Farbe nass in nass zu einer kompositorischen Einheit.
1925 wird Corinth die Ehrenmitgliedschaft der Bayrischen Akademie verliehen. Noch im selben Jahr verstirbt der Künstler während einer Hollandreise in Zandvoort.
 

Ausstellungen

Einzelausstellungen
2021
Lovis Corinth

Galerie Karsten Greve, Köln, Deutschland

2017
„SPOT ON“: Grünes Stillleben mit Früchten und Gladiolen, 1911

Museum Kunstpalast Düsseldorf, Deutschland

2016-17
Nackt und bloß. Lovis Corinth und der Akt um 1900

Landesmuseum Hannover, Deutschland

2009
Lovis Corinth, Seelenlandschaften, Walchenseebilder und Selbstbildnisse

Franz-Marc-Museum, Kochel am See, Deutschland

2008-09
Lovis Corinth. A feast of Painting

Österreichische Galerie Belvedere, Wien, Österreich

2008
Lovis Corinth und die Geburt der Moderne

(Retropektive anl. Des 150. Geburtstages von Lovis Corinth), Musée d’Orsay, Paris, Frankreich; Museum der Bildenden Künste, Leipzig, Deutschland; Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg, Deutschland

2007-08
Lovis Corinth:(1858 - 1925): Entre impressionnisme et expressionnisme

Musée d’Orsay, Paris, Frankreich

2006-07
Flora: Blumenstücke und Stillleben von Lovis Corinth

Museum Georg Schäfer, Schweinfurt, Deutschland

2004
Ich, Lovis Corinth: Die Selbstbildnisse

Hamburger Kunsthalle, Hamburg, Deutschland

2003-04
Lovis Corinth – Aquarelle und späte Gemälde

Kunsthalle Emden, Deutschland

1998-99
Lovis Corinth

Von der Heydt-Museum, Wuppertal, Deutschland; Fundación Juan March, Madrid, Spanien

Gruppenausstellungen
2020
Luft, Licht und Farbe. Malerei süddeutscher Impressionisten

Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz, Deutschland

2019-20
Impressionismus in Leipzig 1900 – 1914: Liebermann Slevogt Corinth, Teil 3: Lovis Corinth

Museum der bildenden Künste, Leipzig, Deutschland

2019
Sammellust und Kunstgenuss. Die Sammlung Hermann Hugo Neithold

Kunstsammlungen Zwickau, Max-Pechstein-Museum, Zwickau, Deutschland

2017
100 Meisterwerke

Museum Behnhaus Drägerhaus, Lübeck, Deutschland

1996-97
Liebermann, Slevogt, Corinth. Die Zeichnungen der Niedersächsischen Landesgalerie

Forum des Landesmuseums Hannover, Deutschland

1983
Von Wilhelm Leibl bis Lovis Corinth, Pastelle, Aquarelle u. Zeichnungen 1865 - 1925 aus d. Sammlung Georg Schäfer in Schweinfurt

Altes Rathaus, Schweinfurt, Deutschland; Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Deutschland; Kunsthalle zu Kiel, Deutschland; Städtische Kunstsammlung Augsburg, Deutschland

1963-64
documenta III

Kassel, Deutschland

1936-37
Entartete Kunst

Hograten Arkaden, München, Deutschland

1929-30
Aquarelle, Zeichnungen, Graphik

Galerie Alfred Flechtheim, Düsseldorf, Deutschland

1923-24
Stilleben

Galerie Alfred Flechtheim, Düsseldorf, Deutschland

1921-22
Venice Biennale

Venedig, Italien

1912-13
Beiträge zur Kunst des XIX. Jahrhunderts und unserer Zeit

Eröffnung der Galerie Alfred Flechtheim, Düsseldorf, Deutschland

1899-00
Berliner Secession

2. Ausstellung, Berlin, Deutschland

1890-91
Diogenes

Glaspalast München, Deutschland

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