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Loïc Le Groumellec: Écritures, mégalithes et Cupules III

Écritures et Cupules, 2023, Acryl und Bleistift auf Papier, 55 x 127 cm
17.01.26 - 28.03.26

Galerie Karsten Greve, Paris

Dienstag - Samstag, 10 - 19 Uhr

Vernissage
am Samstag, 17. Januar 2026, 17 - 20 Uhr

in Anwesenheit des Künstlers

Die Galerie Karsten Greve freut sich, Écritures, Mégalithes et Cupules III zu präsentieren, eine Einzelausstellung von Loïc Le Groumellec. Diese Ausstellung markiert das dritte Kapitel einer Reise, die in St. Moritz begann und anschließend in Köln fortgesetzt wurde. Die neue Präsentation vereint jüngste Arbeiten, die mehrere Jahrzehnte der Forschung um ein einziges Thema bündeln und die Malerei in einen extremen Zustand der Reduktion führen. Zum ersten Mal führt Le Groumellec ein neues Symbol in sein Vokabular ein: die Cupule.

Seit den 1980er-Jahren entwickelt Loïc Le Groumellec eine Bildsprache, die auf der bewussten Vereinfachung von Formen beruht. Ähnlich wie Giorgio Morandi, für den Objekte in erster Linie ein Mittel waren, um tiefer in das Wesen der Malerei einzudringen, nutzt Le Groumellec Symbole wie Schriften, Megalithen und Cupules nicht zur Illustration archäologischer Themen, sondern zur Erforschung der grundlegenden Kraft der Malerei, wenn sie sich ihrem einfachsten und elementarsten Zustand nähert.

Ein wesentlicher Teil seines Werks untersucht ein Repertoire elementarer Zeichen: Silhouetten von Menhiren, ideogrammartige Formen, eingravierte Kurven und nahezu kalligrafische Gebilde. Diese Motive werden als eine archaische Grammatik behandelt. Wiederholung, verbunden mit subtiler Variation, schafft einen visuellen Raum, in dem weniger die Darstellung im Vordergrund steht als vielmehr die Wirkung dieser reduzierten Formen auf die Wahrnehmung der Betrachterinnen und Betrachter.

Le Groumellecs frühe Recherchen in den Archiven von Rennes und später an neolithischen Stätten im Morbihan führten ihn zur Beobachtung prähistorischer Steingravuren. Diese Ritzungen deuten auf die Existenz einer Sprache hin, die dem geschriebenen Wort vorausgeht. In seinen Gouache-Serien überträgt er diese Präsenz in Zeichen, die wie musikalische Motive wiederkehren, sich wiederholen und über die Bildfläche hinweg resonieren.

Eine jüngere Wendung in seinem Werk erfolgte nach Besuchen des Cairns von Gavrinis, wo er auf die Cupules stieß – kleine, kreisförmige Vertiefungen, die in den Stein gemeißelt sind. Der genaue Zweck dieser Zeichen bleibt ein Rätsel; man nimmt jedoch an, dass es sich um eine Form früher Schrift oder um Bestandteile ritueller Handlungen handelt, möglicherweise verbunden mit dem Zermahlen von Pigmenten oder heiligen Substanzen. Seit 2023 in sein Werk eingeführt, werden diese hohlen Formen zu Ankerpunkten, von denen aus die Komposition organisiert ist – als zöge eine energiegeladene Leere den Blick an und strukturiere ihn zugleich.

Neben diesen Cupules und Menhiren strukturiert eine feine, handschriftliche Schrift seine Triptychen. Es handelt sich um eine Passage aus den Kapitularien Karls des Großen, in denen der Kaiser versuchte, Spuren heidnischer Kulte, darunter auch megalithische Monumente, zu tilgen. Der Künstler konzentriert sich auf drei Schlüsselbegriffe: simulacrum, sacrilegium und anathema, um darüber zu reflektieren, wie Bilder wahrgenommen, gefürchtet oder verurteilt werden können.

Für Le Groumellec sind diese Motive keine bloßen Darstellungen, sondern Bedeutungsträger. Der minimalistische Charakter dieser Zeichen lenkt die Aufmerksamkeit auf die Oberfläche der Leinwand und die feine Schwingung der Formen. Durch eine extreme Ökonomie der Mittel und repetitive Strukturen verwandelt er Symbole in reine Zeichen. Dieser Ansatz, den er mit den Traditionen des Minimalismus und der monochromen Malerei verbindet, steht im Gegensatz zur heutigen überwältigenden und oft spektakulären Bilderflut. Le Groumellec ist überzeugt, dass die Malerei ihre spirituelle Dimension zurückgewinnen kann, wenn sie sich der Stille annähert: jener tiefen Stille, die auch die uralten Steine seiner Heimat Bretagne umgibt.

Loïc Le Groumellec wurde 1957 in Vannes in der Bretagne geboren. Er absolvierte 1980 die École des Beaux-Arts in Rennes. 1983 zeigte die Galerie Yvon Lambert in Paris seine erste Einzelausstellung. Seine Werke befinden sich in renommierten Privatsammlungen und waren in Ausstellungen bedeutender Institutionen wie dem CAPC in Bordeaux, dem Musée des Beaux-Arts in Rennes und dem Conservatoire National de Musique in Paris zu sehen. International wurden seine Arbeiten unter anderem im Nouveau Musée National de Monaco, im Institut français in Köln, in der Fondation de l’Hermitage in der Schweiz, im Musée d’Art Contemporain in Montréal und in der Fundación Joan Miró in Barcelona präsentiert. Darüber hinaus entwarf Le Groumellec Bühnenbilder, unter anderem für das Theater Basel und die Opéra Garnier in Paris, und wirkte an zahlreichen illustrierten Büchern mit. Die Galerie Karsten Greve vertritt sein Werk seit 1989. Loïc Le Groumellec lebt und arbeitet in Paris.

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