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Norbert Prangenberg:

Norbert Prangenberg, Rommerskirchen. Foto: Manfred Förster
08.07.22 - 27.08.22

Galerie Karsten Greve Köln

Dienstag - Freitag 10 - 18.30 Uhr

Samstag 10 - 18 Uhr

Vernissage am Freitag, 8. Juli 2022, 17 - 20 Uhr

Die Galerie Karsten Greve freut sich, Norbert Prangenberg (1949 – 2012), dessen Todestag sich am 29. Juni zum zehnten Mal jährt, eine Einzelausstellung in Köln zu widmen. Den Galeristen und den Künstler verband eine dreißigjährige freundschaftliche Zusammenarbeit, die 1981 mit einer ersten Einzelausstellung in Köln begann, gefolgt von zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen an allen Galeriestandorten bis 2017. Anlässlich des zehnten Todestages des Bildhauers und Malers zeigt die Galerie Karsten Greve in Köln eine Hommage an Norbert Prangenberg mit 35 Werken aus den 1980er Jahren bis 2009, darunter plastische Arbeiten, Zeichnungen, großformatige Malereien in Wasserfarbe und Pigment auf Leinwand sowie kleinformatige Ölbilder.

Den Schwerpunkt dieser Ausstellung bildet eine umfassende Auswahl kleinformatiger Ölbilder (Bilder), die sich in reichhaltiger Farbigkeit präsentieren, welche charakteristisch ist für das malerische Spätwerk der letzten zehn Schaffensjahre des Künstlers. Pastos aufgetragene Ölfarbe drängt teilweise über den Bildrand hinaus. Naturhafte Grüntöne, Erdfarben oder farbig gebrochenes Weiß in pastosen Mischungen verleihen den kleinen Formaten reliefartigen Charakter. Die Farbschicht wird von unregelmäßig freigelassenen Stellen durchbrochen und gibt so den Blick auf den Bildträger frei. Im Gegensatz zu Holz, Nessel oder Pappe entfalten die Kupfer-, Aluminium- oder Zinkplatten im Zusammenspiel mit dem hindurchschimmernden Metall des Bildträgers eine transparente, ganz eigene Farbwirkung.

Malerei und Zeichnung ergänzt sich mit einer Gruppe von plastischen Arbeiten, die exemplarisch das enorme Schaffensspektrum des Bildhauers dokumentieren. Norbert Prangenberg war seit 1980/81 durch seinen Kontakt zur Galerie Karsten Greve inspiriert von Lucio Fontanas (1899 – 1968) Keramiken und begann plastische Arbeiten in Keramik und Porzellan umzusetzten. Dabei handelt es sich um frei modellierte Figuren, in denen sich spielerisch organische, konkave wie konvexe Formen, Vertiefungen sowie Flächen vereinen. Die durch ihr Volumen herausragenden Keramiken erinnern an archaische Amphoren oder Pithoi, die in der mediterranen Welt seit der Antike in Gebrauch sind. Farbig glasiert oder in poriger Tonsichtigkeit beeindrucken seine Figuren den Betrachter als gleichgroßes Gegenüber. Die Oberfläche des rauen Tons ist durch Fingerabdrücke, Ritzungen, Löcher und Kerbungen gegliedert. Stellenweise wird die zinnhaltige Opakglasur der gebrannten Keramik von der farbigen Aufglasurrmalerei der Majolika überzogen, wodurch sich ein assoziatives Spiel ergibt. Die Vielgestaltigkeit in Norbert Prangenbergs Œuvre verdankt sich einem grundlegenden Vokabular, das eine begrenzte Anzahl geometrischer Formen enthält: Kreis, Oval, Raute, Rechteck, Dreieck, Quadrat. Dieses geometrische Vokabular ertasteste und formte der Künstler von Arbeit zu Arbeit neu, um es bewußt in Zeichnung, Malerei und Skulptur umzusetzen. 

Nobert Prangenberg, 1949 in Rommerskirchen-Nettesheim geboren, fertigte noch während seiner Ausbildung zum Gold- und Silberschmied 1965 erste Holzschnitte und Zeichnungen, ab 1979 ergänzten Skulpturen das künstlerische Werk. Er begann in den 1980er-Jahren plastische Arbeiten in Keramik und Porzellan umzusetzten. 1981 erhielt er den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildende Kunst. Seit 1993 hatte er eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste München inne und leitete dort die international renommierte Klasse für Keramik und Glas. Der Künstler verstarb 2012 in Krefeld. Die Werke des documenta 7 (1982) Teilnehmers werden seit den 1980er Jahren regelmäßig in internationalen Ausstellungen gezeigt und sind in zahlreichen Museumssammlungen vertreten, z. B. in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen – Sammlung Moderne Kunst, Pinakothek der Moderne München, in der Staatlichen Graphischen Sammlung München, im Museum Ludwig, Köln, im Kolumba –Kunstmuseum des Erzbistum Köln, in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, und im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg.
 

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