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Gideon Rubin: Looking Away

Gideon Rubin in seinem Studio, London 2020. Foto: Richard Ivey
02.09.22 - 12.11.22

Galerie Karsten Greve Köln

Dienstag - Freitag 10 - 18.30 Uhr

Samstag 10 - 18 Uhr

Vernissage am Freitag, 2. September 2022, 17 - 19:30 Uhr

Der Künstler ist anwesend.
 

Im Rahmen der DC Open Galleries gelten verlängerte Öffnungszeiten:

Samstag, 3. September 2022, 10 - 19 Uhr
Sonntag, 4. September 2022, 13 - 17 Uhr

Die Galerie Karsten Greve Köln freut sich, zum Auftakt der Herbstsaison 2022 die Einzelausstellung Looking Away mit neuen Werken von Gideon Rubin zu präsentieren. Dies ist seine achte Soloschau in der Galerie Karsten Greve, die den Künstler seit über zehn Jahren präsentiert und repräsentiert. Gezeigt werden fünfundzwanzig Arbeiten in Öl auf Naturleinen; sie kommen direkt aus dem Londoner Atelier und geben einen Einblick in die aktuelle Schaffensphase des Künstlers.

Im Fokus stehen zwei Gemäldeserien mit insgesamt zehn Arbeiten, die jeweils das gleiche Motiv zeigen: die Rückenansicht einer jungen Frau in einem lila Kleid (Purple Dress, 2022) und eines jungen Mannes im blauen Hemd (Blue Shirt, 2022). Die isolierten Figuren sind vom Betrachter abgewandt, sie stehen in unbestimmten Räumen. Es ist die romantische Rückenfigur, die in Gideon Rubins neuen Arbeiten wiederaufzuleben scheint. Die Rückenfigur mit dem typischen Blick in eine unbestimmte Ferne dient der Darstellung des Tiefenraums auf der zweidimensionalen Bildfläche, sodass sich der Betrachter mit der ins Bild schauenden Figur identifizieren kann.

Der Ausstellungstitel Looking Away – „Wegschauen“ – umschreibt Situationen, in denen Menschen demonstrativ wegschauen. Die Rückenansicht der Protagonisten ist mehrdeutig: Einerseits illustriert sie starke Emotionen wie Verachtung, Trauer, Angst, Ekel, Nachdenklichkeit. Andererseits sind Rückenfigur oder Rückenakt in der frühen Fotografie und der Modefotografie eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Dialektik von Zeigen und Verbergen. Die Serien Purple Dress und Blue Shirt beschwören die Reproduktionsfähigkeit der Fotografie und den Erinnerungsvorgang. Aus der Ferne betrachtet sehen die Bilder der beiden Serien gleich aus, aus der Nahsicht werden die Unterschiede deutlich. Dieser Vorgang entspricht einer Nachahmung des Gedächtnisses, das bei jeder Rückkehr zu einer Erinnerung leicht verändert wird.

In seinem jüngsten Werk arbeitet Gideon häufiger in Serien; er wiederholt dasselbe Motiv immer wieder und produziert dasselbe Bild in unterschiedlichen Maßstäben als wäre es eine Fotografie in unterschiedlichen Formaten. Diese Vorgehensweise bezeichnet Gideon Rubin als „Übung im Sehen“. Seine Gemälde sind inspiriert von Fotografien aus alten Alben, die er auf Flohmärkten findet, aus Tageszeitungen und illustrierten Magazinen. Die Komplexität historischer Frisurentrends, Prominentenfotos, Pornografie ebenso wie Portrait- und Historienmalerei werden als Bildsujet in den Mittelpunkt des künstlerischen Interesses gerückt. Er skizziert seine Sujets mit wenigen, sicheren Pinselstrichen, wobei er tonale Farbabstufungen, zumeist sandige Töne bevorzugt; hinzu kommt ein akzentuiert eingesetztes, leuchtendes Rot. Durch das Verwischen identifizierender Details und das Auslöschen physiognomischer Gesichtszüge verbindet der Betrachter die Protagonisten im Bild mit eigenen Erinnerungen und Vorstellungen, zumal verhaltene Gesten, Haltung und Positionen der Dargestellten auf ein Déjà-vu zielen und dazu auffordern, die Fehlstellen zu ergänzen.

Gideon Rubin wurde 1973 in Tel Aviv geboren. Er studierte an der School of Visual Arts in New York, USA, sowie an der Slade School of Fine Art in London, UK, wo er 2002 seinen Master of Fine Art (MFA) zum Abschluss führte. 2013 war er Stipendiat des Outset Residency Program in Tel Aviv; 2014 erhielt er ein Stipendium der Shifting Foundation. Es folgte 2016 die Teilnahme an einem von der Galerie Karsten Greve und Outset geförderten künstlerischen Austauschprogramm zwischen China und Israel für das Projekt „Places of Conflict“. Gideon Rubins Arbeiten werden regelmäßig in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, sie sind weltweit in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, z.B. im Museum Voorlinden, Wassenaar (NL), im Herzliya Museum of Contemporary Art, Herzlia (Israel), in der McEvoy Foundation for the Arts, San Francisco, im Rubin Museum, Tel Aviv, in der Collezione Maramotti, Reggio Emilia, der Fondazione San Patrignano, Rimini, der Maison Ruinart, Reims, und in der Fondation Francès, Senlis. Der Künstler lebt und arbeitet in London.

Pressemitteilung

Künstler

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