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Carole Seborovski: Bloom Beneath

Galerie Karsten Greve, St. Moritz 2026
Galerie Karsten Greve, St. Moritz 2026
30.04.26 - 20.06.26

Galerie Karsten Greve AG, St. Moritz

Dienstag - Freitag 10 – 13 Uhr / 14 – 18 Uhr

Samstag 10 - 13 Uhr / 14 - 17 Uhr

30. April bis 20. Juni 2026


Galerie Galerie Karsten Greve präsentiert vom 30. April bis 4. Juli 2026 in St. Moritz eine Einzelausstellung mit Werken von Carole Seborovski. Bereits 1991 widmete Karsten Greve der Künstlerin in Paris eine erste Einzelausstellung. Die aktuelle Präsentation knüpft an diese langjährige Zusammenarbeit an und richtet den Blick auf ein Werk, das sich seit Jahrzehnten mit bemerkenswerter Konsequenz jeder eindeutigen Zuordnung entzieht.

Seborovski zählt zu jenen Künstlerinnen, deren Bedeutung weniger aus öffentlicher Sichtbarkeit als aus der Kontinuität und Eigenständigkeit ihres Œuvres erwächst. Ihre Arbeiten befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art, das Metropolitan Museum of Art, das Whitney Museum of American Art, das Tel Aviv Museum of Art sowie das Museo Cantonale d’Arte.
 

For me, art is something that is spiritual in nature. It is something that connects us to the unknown, to our culture, and to each other as human beings.


Die Ausstellung vereint Arbeiten auf Papier und skulpturale Werke aus den 1990er Jahren bis in die frühen 2000er Jahre – einer besonders konzentrierten und innovativen Phase ihres Schaffens. In diesen Jahren entwickelte Seborovski eine unverwechselbare Bildsprache zwischen Malerei, Zeichnung, Relief und Objekt. Ihr Werk steht in Beziehung zu Positionen der Nachkriegsabstraktion, erweitert deren Vokabular jedoch um eine ausgeprägte Sinnlichkeit, materielle Präsenz und haptische Qualität.

Die Grundlagen dieser künstlerischen Haltung reichen in die frühen 1980er Jahre zurück. Geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit Taoismus, Zen-Buddhismus und ostasiatischer Kalligrafie, verstand Seborovski den Bildraum nicht allein als Ort gesetzter Formen, sondern ebenso als Raum des Ungesagten und Unsichtbaren. Die Aufmerksamkeit für Zwischenräume, Übergänge und verborgene Potenziale bildet seither einen wesentlichen Ausgangspunkt ihres Schaffens.

Die Arbeiten auf Papier zeigen Linie, Spur und Rhythmus als Träger präziser und zugleich offener Kompositionen. Kreisformen, Spiegelungen und serielle Strukturen begegnen organischen Bewegungen; Konstruktion und Intuition stehen in einem produktiven Gleichgewicht. Unter scheinbar reduzierten Oberflächen entstehen subtile räumliche Verschiebungen und Lichtwirkungen, die den Blick immer wieder über das unmittelbar Sichtbare hinausführen. Gerade in ihrer Konzentration entfalten diese Blätter eine bemerkenswerte Intensität.

Die skulpturalen Arbeiten führen diese Fragestellungen in den Raum. Reliefartige Verdichtungen, geschichtete Oberflächen und lineare Ordnungen erzeugen Spannungen zwischen Fragilität und Stabilität, Wiederholung und Variation. Materialien wie Latex, Vinyl, Perlen, Sand, Spitze, Glitter, Glas oder Emaille werden ihrer alltäglichen Funktion enthoben und in eine präzise formale Sprache überführt. Zugleich verweisen biomorphe Formen und organische Strukturen auf Prozesse von Wachstum, Keimung und Transformation, die Seborovskis Werk seit den 1990er Jahren nachhaltig prägen. Darin berührt sie zentrale Fragestellungen der Gegenwartskunst: die Erweiterung des Bildbegriffs, die Eigenständigkeit des Materials sowie die Beziehung zwischen Objekt, Raum und Körper.

Der Titel Bloom Beneath verweist auf verborgene Prozesse des Werdens. Formen scheinen unter der Oberfläche zu wachsen, Licht aus dem Material selbst hervorzutreten und Bewegung in einem Zustand konzentrierter Ruhe angelegt zu sein. Immer wieder richtet Seborovski den Blick auf das, was sich dem unmittelbaren Sehen entzieht: auf verborgene Schichten, latente Kräfte und die Möglichkeit, dass Materie Trägerin einer spirituellen Erfahrung sein kann. Werke wie Girl’s Dream (2000), Pods (2002) oder Exodus (2003) zeigen exemplarisch, wie sie aus reduzierten Mitteln komplexe und sinnlich aufgeladene Bildkörper entwickelt.

Auch in ihrem jüngeren Werk setzt Seborovski diese Auseinandersetzung fort und untersucht die Beziehung von Material, Licht und Transzendenz in immer neuen Konstellationen.

Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, eine künstlerische Position neu zu entdecken, die Fragen von Abstraktion, Materialität und Objekt mit großer Eigenständigkeit weiterführt – leise, präzise und von nachhaltiger Wirkung.

Carole Seborovski wurde in San Diego geboren und lebt und arbeitet in New York City.

Galerie Karsten Greve, St. Moritz 2026
Galerie Karsten Greve, St. Moritz 2026

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