Carole Seborovski: Bloom Beneath

Galerie Karsten Greve AG, St. Moritz
Dienstag - Freitag 10 – 13 Uhr / 14 – 18 Uhr
Samstag 10 - 13 Uhr / 14 - 17 Uhr
Vom 30. April bis 4. Juli 2026
Galerie Galerie Karsten Greve präsentiert vom 30. April bis 4. Juli 2026 in St. Moritz eine Einzelausstellung mit Werken von Carole Seborovski. Bereits 1991 widmete Karsten Greve der Künstlerin in Paris eine erste Einzelausstellung. Die aktuelle Präsentation knüpft an diese langjährige Zusammenarbeit an und richtet den Blick auf ein Werk, das sich seit Jahrzehnten mit bemerkenswerter Konsequenz jeder eindeutigen Zuordnung entzieht.
Seborovski zählt zu jenen Künstlerinnen, deren Bedeutung weniger aus öffentlicher Sichtbarkeit als aus der Kontinuität und Eigenständigkeit ihres Œuvres erwächst. Ihre Arbeiten befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art, das Metropolitan Museum of Art, das Whitney Museum of American Art, das Tel Aviv Museum of Art sowie das Museo Cantonale d’Arte.
For me, art is something that is spiritual in nature. It is something that connects us to the unknown, to our culture, and to each other as human beings.
Die Ausstellung vereint Arbeiten auf Papier und skulpturale Werke aus den 1990er Jahren bis in die frühen 2000er Jahre – einer besonders konzentrierten Phase ihres Schaffens. In diesen Jahren entwickelte Seborovski eine unverwechselbare Bildsprache zwischen Malerei, Zeichnung, Relief und Objekt. Ihr Werk steht in Beziehung zu Positionen der Nachkriegsabstraktion, erweitert deren Vokabular jedoch um Materialität, Körperlichkeit und eine ausgeprägte haptische Präsenz.
Die Arbeiten auf Papier zeigen Linie, Spur und Rhythmus als Träger einer präzisen, zugleich offenen Komposition. Kreisformen, Spiegelungen und serielle Strukturen begegnen organischen Bewegungen; Konstruktion und Intuition halten sich in produktiver Balance. In ihrer Reduktion entfalten diese Blätter eine bemerkenswerte Intensität.
Die skulpturalen Arbeiten führen diese Fragestellungen in den Raum. Reliefartige Verdichtungen, geschichtete Oberflächen und lineare Ordnungen erzeugen Spannungen zwischen Fragilität und Stabilität, Wiederholung und Differenz. Materialien wie Latex, Vinyl, Perlen, Sand, Spitze, Glitter, Glas oder Emaille werden ihrer alltäglichen Konnotation entzogen und in eine formale Präzision überführt. Darin berührt Seborovski zentrale künstlerische Diskurse der letzten Jahrzehnte: die Erweiterung des Bildbegriffs, die Autonomie des Materials und die Verbindung von Objekt und Körper.
Der Titel Bloom Beneath verweist auf verborgene Prozesse des Entstehens. Formen scheinen unter der Oberfläche zu wachsen, Farbe aus dem Material hervorzutreten, Spannung sich in stiller Bewegung zu entfalten. Werke wie Girl’s Dream (2000), Pods (2002) oder Exodus (2003) zeigen exemplarisch, wie Seborovski aus reduzierten Mitteln komplexe und sinnlich aufgeladene Bildkörper entwickelt.
Die Ausstellung bietet Gelegenheit, eine künstlerische Position neu zu entdecken, die historische Fragestellungen zu Abstraktion, Material und Objekt auf souveräne Weise weiterführt – leise, präzise und von nachhaltiger Präsenz.
Carole Seborovski wurde 1960 in San Diego geboren und lebt und arbeitet in New York City.