DE
Herbert List, Self-portrait in a Mirror, Rome, Italy, 1955. © Herbert List Estate, Hamburg, Deutschland (Ausschnitt)
Herbert List, Self-portrait in a Mirror, Rome, Italy, 1955. © Herbert List Estate, Hamburg, Deutschland (Ausschnitt)

Als Sohn einer wohlhabenden Hamburger Kaufmannsfamilie beginnt Herbert List 1921 eine Lehre bei einem Heidelberger Kaffeehändler sowie ein Studium der Literatur- und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg. Zwischen den zwei Weltkriegen taucht er ein in die kosmopolitische Kultur Deutschlands der 1920er Jahre, in der Bauhaus, Expressionismus und Max Reinhardts Theater koexistieren. 1930 lernt er Andreas Feininger kennen, der ihn in die Kunst der Fotografie einführt und mit der Rolleiflex-Kamera vertraut macht. Mit dem Aufstieg des Dritten Reiches erschwert sich Lists Alltag in Deutschland zunehmend. Juden und Homosexuelle sind Feindbilder des Regimes, was den Künstler 1936 in die Flucht aus Deutschland treibt. 1937 lebt List zum Teil in Paris und in London, wo er Jean Cocteau und den Fotografen George Hoyningen-Huene kennenlernt. Er versucht sich in der Modefotografie. Wenn auch seinerseits ohne große Begeisterung werden seine Aufnahmen unter anderem in Harper's Bazaar, Vogue und Life veröffentlicht. List zieht es vor, sich auf die Komposition von Stillleben zu konzentrieren und entwickelt einen Stil, der später als fotografia metafisica in die Kritik eingeht und zu dessenwichtigstem Vertreter er wird. Ohne die Enge und die Einschränkungen des faschistischen Deutschlands wird sein Werk verspielter und intimer.

Das mediterrane Leben an den Küsten und die antiken Stätten Griechenlands und Italiens sind Zufluchtsort und wichtigste Inspirationsquelle Lists in den Jahren 1937 bis 1939, die zu den fruchtbarsten seines Werkes werden sollten. Im Sommer 1937 wird ihm in Paris eine erste Einzelausstellung gewidmet. Er beginnt mit der Aufnahme von Porträts europäischer und amerikanischer Künstler, von denen viele zu Ikonen des 20. Jahrhunderts wurden, wie die Portraits von Pablo Picasso, Giorgio Morandi und Pier Paolo Paolini. In den Nachkriegsjahren ändert sich sein Stil, sein Interesse verlagert sich von formalen Aspekten der Fotografie auf den Menschen als Sujet. List lernt 1951 Robert Capa kennen, der ihn dazu bringt, für Magnum zu arbeiten. Sein Genre umfasst nun die Straßenfotografie neben Fotoessays und Porträts. 1953 entdeckt er die Kleinbildkamera für sich. Seine Arbeit wird spontaner, beeinflusst von seinem Kollegen Henri Cartier-Bresson und der italienischen Filmbewegung des Neo-Realismus. Reisen nach Spanien, Mexiko, Marokko und in die Karibik folgen. Die wirtschaftlich besser Lage ermöglicht es List schließlich mehrere Buchprojekte zu vollenden, darunter Licht Ueber Hellas (1953), Roma (1955) und Napoli (1962), letzteres in Zusammenarbeit mit dem Filmregisseur Vittorio de Sica. Ab 1962 legt er die Fotografie beiseite und widmet sich fast ausschließlich seiner Sammlung von Zeichnungen italienischer Meister. Herbert List stirbt am 4. April 1975 in München.

Ausstellungen

Publikationen

Werke

Ausstellungen

Einzelausstellungen
2020-21
ITALIA

Galerie Karsten Greve, Paris, Frankreich

Mehr erfahren
2018
Something Like Exile

Photokunst Johanna Breede, Berlin, Deutschland

2017-18
The Magical in Passing

Ludwig Galerie, Saarlouis, Deutschland

2016-17
The Magical in Passing

Kunst- und Kulturzentrum KUK, Monschau, Deutschland

2015-16
La Strade e La Spiaggia

Contrasto Galeria, Milan, Italy

2015
Form To Photojournalism

Magnum Print Room, London, Großbritannien

2014-15
Licht über Hamborn

Henrichshütte Hattingen, Deutschland

2014
Licht über Hamborn

Foyer ThyssenKrupp Steel, Duisburg, Deutschland

2014
The Magical in Passing

Fondazione Stelline, Mailand, Italien

2013-14
The Magical in Passing

Chiostri di San Domenico, Reggio Emilia, Italien

2012-13
Graphic Expression

Magnum Gallery St Germain, Paris, Frankreich

2011
Mediterraneo

Certosa Di San Giacomo, Capri, Italien

2011
Mediterraneo

Forma Galleria, Mailand, Italien

2010-11
Das Erbe Pygmalions

Museum der Moderne, Salzburg, Österreich

Gruppenausstellungen
2020
Memoria e Passione. Da Capa a Ghirri. Capolavori dalla Collezione Bertero

CAMERA – Centro Italiano per la Fotografia, Turin, Italien

2019-20
Magnum: The Body Observer

Fundación Canal, Madrid, Spanien

2018
NAUTILUS. Snails, Mussels, and Other Mollusks in Photography

Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin, Deutschland

2018
Artist Complex. Photographic Portraits from Baselitz to Warhol. Platen Collection

Museum für Fotografie, Berlin, Deutschland

2017
The Shape of Things. Photographs from Robert B. Menschel

The Museum of Modern Art, New York, NY, USA

2017-18
Inhabiting the Mediterranean

IVAM – Institut Valencià d’Art Modern, Valencia, Spanien

2016-17
I grandi maestri. 100 anni di fotografia Leica

Complesso del Vittoriano, Rom, Italien

2016
bilderstrom. Der Rhein und die Fotografie 2016 - 1853

LVR LandesMuseum, Bonn, Deutschland

2015-16
Werkstatt für Photographie 1976 – 1986. And Suddenly this Expanse

Sprengel Museum, Hannover, Deutschland

2014
Das andere Griechenland. In Korrespondenz zu Gipsabgüssen antiker Plastik

Lindenau-Museum Altenburg, Deutschland

2014
Lola Garrido Collection. A Portable History of Photography

The Pushkin State Museum, Moskau, Russland

2014
RealSurreal. Masterpieces of Avant-Garde Photography. Das Neue Sehen. 1920-1950. Siegert Collection

Kunstmuseum Wolfsburg, Deutschland

2014
Paris Magnum

Hôtel de Ville, Paris, Frankreich

2013
Greek Seas: A Photographic Journey in Time

Benaki Museum – Pireos St Annexe, Athen, Griechenland

2013-14
Dinge – Stilllebenfotografie aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde

Pinakothek der Moderne, München, Deutschland

2012-13
Art Faces. Des photographes rencontrent des artistes

Musée Würth, Erstein, Frankreich

Diese Webseite unterstützt den Internet Explorer 11 nicht.
Bitte öffnen Sie die Seite mit einem modernen Browser.